Religions- und Kultursensibilität

Veranstaltungen


Integrationskonferenz in Hamburg: Religionen! Zumutung oder Chance?

Mit diesem Ausruf und Frage hat das Bezirksamt Hamburg-Mitte im März 2018 zum kontroversen Austausch eingeladen über das Thema, das ins öffentliche Leben zurückgekehrt ist. Die Konferenz fand im Rauhen Haus statt, das als Kooperationspartner mit dem Projekt Religions- und Kultursensibilität vertreten war. Lebhaft diskutierten mehr als 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Wichern-Saal über den Umgang mit Glaubensdiversität. Die Dokumentation fasst die Ergebnisse zusammen.

Integrationskonferenz Bezirksamt Hamburg-Mitte
(März 2018 Dokumentation PDF 1,1MB)

 


#RELIGIONSKULTURSENSIBEL

Kinder und Jugendliche haben unterschiedliche Lebensgeschichten: sie konnten eine unbeschwerte Kindheit genießen, haben unbegleitet einen Fluchtweg auf sich genommen, oder mussten einen anderweitigen massiven Bruch in ihrem Leben erfahren. Viele Kinder wachsen einfach in der Kultur auf, in die sie hineingeboren wurden, andere wiederum sind Grenzgänger zwischen verschiedenen Kulturen. Zugleich findet ihre Persönlichkeitsentwicklung in bestimmten religiösen oder weltanschaulich geprägten Kontexten statt.
Auf dem Fachtag standen Sinnfragen, Bedürfnisse, Problemlagen von Kindern (ab 10 Jahren) und Jugendlichen unter Berücksichtigung ihres religiösen und kulturellen Kontextes im Vordergrund. Religion kann tief in die Alltagskultur hineinreichen und Verhalten strukturieren beziehungsweise Sinn vermitteln, Werthaltungen und habituelle Ausprägungen beeinflussen. Umgekehrt prägt Kultur die Gestalt und Form von Religion. In der Kinder- und Jugendhilfe im Rahmen der Diakonie und im Kontext der evangelischen Kirchen erfordert dies eine hohe Sensibilität im Umgang mit Religiosität und unterschiedlichen Kulturen. Einerseits ist ein wachsendes (gelegentlich auch extremes) Interesse von Jugendlichen an Religion zu beobachten, andererseits wenden sich immer mehr Jugendliche von Religion ab und verfügen über nur geringe Kenntnisse ihrer religiösen Wurzeln. Gefragt wurde auf dem Fachtag neben aktuellen Entwicklungen generell nach den fachlich relevanten Bezügen von Religion und Kultur in der Kinder- und Jugendhilfe. Programm der Tagung am 19./20. Juni 2018 in Berlin.

Die  Jugendpresse Deutschland e.V., Bundesverband junger Medienmachende, hat die Fachtagung begleitet und berichtet in ihrem Blog politikorange.

Mehr über die Tagung im Blog politikorange.de

 


Neutrale Haltung oder Religions- und Kultursensibilität?

Der DJHT ist die größte und fachlich relevanteste Tagung der Jugendhilfe in Deutschland. Im März 2017 war das Thema des Fachtags „Soziale Arbeit und Menschenrechte“. In dem Workshop „Religionssensibel Handeln in der Kinder- und Jugendhilfe“ ging es vor allem um Haltung.

Stark gefragt im gut besuchten Workshop, den Das Rauhe Haus unter dem Label Diakonie Deutschland veranstaltete, war der sozialpädagogische Zugang zu einer religions- und kultursensiblen Praxis: Welche Alternative gibt es zu einer neutralen Haltung gegenüber religiösen Einstellungen? Wie kann man vermeiden, den KlientInnen in der Sozialen Arbeit lebensweltfremde oder eigene Einstellungen zu diesem Thema vermitteln? In der noch weit verbreiteten Unsicherheit oder Unentschiedenheit gegenüber religiösen Themen besteht die Gefahr, dass ein Vakuum immer dann entsteht, wenn SozialarbeiterInnen den persönlichen Glauben ihrer KlientenInnen unberücksichtigt lassen. Gruppierungen wie die Salafisten nutzen dieses Vakuum für ihr manipulatives Vorgehen.

PädagogInnen sind herausgefordert, eine Haltung zu entwickeln, die der neuen Vielfalt religiöser Erfahrungen gerecht wird. Hinter den vielfältigen und oft oberflächlich scheinenden Lebensäußerungen der Betreuten stecken häufig existenziellen Fragen, die es gilt wahrzunehmen. Eine religions- und kultursensible Haltung der PädagogInnen ist Voraussetzung, um über zentrale Themen wie den individuellen Glauben und die kulturelle Eingebundenheit ins Gespräch zu kommen. Die Jugendlichen verdrängen die Themen oft, sie wirken unterbewusst. Um Neutralität bemühte PädagogInnen unterstützen diese Verdrängung. Damit besteht die Möglichkeit, dass die Jugendlichen fremde Einstellungen als bedrohlich oder attraktiv empfinden und sich von ihnen nicht abzugrenzen können.

Lebenswelten entdecken -
Religions- und kulturensibel arbeiten in der Jugendhilfe>
(Präsentation März 2017 PDF 186 KB)

 


Fachforum: sozial.räumlich.wirken.

Integration ist eine Aufgabe, die alle Arbeitsfelder verbindet. Diese Verbindung muss sichtbar und im Interesse aller in diesem Land lebenden Menschen fruchtbar gemacht werden. Soziale Gerechtigkeit, verbunden mit anerkennender Wertschätzung der Kompetenzen jedes einzelnen Menschen, ist die Basis füreinen gelingenden gesellschaftlichen Integrationsprozess.

Dieses jugendpolitische Impulspapier ist Ergebnis des Fachforums sozial.räumlich.wirken., das die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend im November 2016 in Würzburg veranstaltet hat. Es beschreibt notwendige Rahmenbedingungen und Anforderungen auf allen Ebenen, insbesondere im Bezug auf die Herausforderungen für die Praxis vor Ort.

Impulspapier: sozial.räumlich.wirken.
(PDF 2,6 MB)>