Religions- und Kultursensibilität

Wen wir erreichen wollen.

Das Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche mit stark belasteten Biografien, deren Eltern Hilfen zur Erziehung gewährt werden. Diese Kinder und Jugendlichen müssen Krisen bewältigen, die nur wenige Gleichaltrige erleben. Ihre Lebensrisiken wurden in den ersten Interviews des Forschungsprojekts im Originalton der Jugendlichen den Interviewern vor Augen geführt. Ergänzt werden diese Geschichten durch Erkenntnisse über die Lebenssituationen junger Menschen und ihrer Familien, die wir in diesem Rahmen betreuen. Diese Menschen wollen wir erreichen.

In den Erzählungen der Jugendlichen geht es vor allem um Leid und schlechte Zeiten als Folge des Auseinanderbrechens von Familien, um Streit und Konflikte, gewalttätiges Verhalten der Bezugspersonen, Sucht, Verlust wichtiger Bezugspersonen oder das Verlassen der Herkunftsfamilie verbunden mit der Unterbringung in Einrichtungen der Jugendhilfe. Gleich nach den Problemen in der Familie werden Schulprobleme genannt. Schulschwierigkeiten und Schulversagen werden als leidvoll empfunden. Schulische Leistungsanforderungen stellen einen erheblichen Druck- und Belastungsfaktor dar, der zu einer Abwärtsspirale führt. Darüber hinaus leiden migrierte und geflüchtete Jugendliche oft unter Kriegserlebnissen, Erfahrungen mit extremer Armut und dem Verlust ihrer Heimat.